Reise · Weltreise
Nara – Wenn die Rehe zwischen alten Pagoden weiden
Du stehst an einem alten Steinbrunnen tief im Wald hinter dem Nationalmuseum, dort wo der Pfad zum Kasuga-taisha in das dichte Grün abbiegt. Deine Finger tasten über die rauen, kalten Kanten des hölzernen Eimers, während du das Wasser schöpfst. In der Stille hörst du das sanfte Atmen der Hirsche, die aus dem Unterholz treten, jetzt, wo die Tagestouristen längst fort sind. Nur das stete Tropfen des Wassers und das ferne Echo einer Tempelglocke begleiten diesen Moment, der sich so unendlich und unberührt anfühlt. Dich erwartet eine Reise durch die sanften Rhythmen dieser alten Kaiserstadt, vom ersten Licht des Morgens bis in die tiefe Stille der Nacht. Du spürst den glatten Asphalt am Bahnhof unter deinen Kofferrollen und hörst das rhythmische Klappern der Mönchssandalen auf dem Kies des Kofuku-ji. Der Duft von süßer Bohnenpaste und heißem Sencha mischt sich mit der feuchten, erdigen Luft…
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